Die Valley-Line in Edmonton ist hochmodern und bei der Planung wurde viel Wert auf die harmonische Gestaltung gelegt – Von der Station bis zur Signaltechnik wurden hohe Design-Standards festgelegt. Foto: City of Edmonton

 

BBR Verkehrstechnik GmbH

 

Freie Fahrt bei -40 Grad


Edmonton/Kanada. Die kanadische Millionen-Metropole Edmonton boomt – und investiert in den öffentlichen Personennahverkehr. Bis 2020 entsteht eine neue, moderne Tram-Linie, die aus dem Süden ins Stadtzentrum führt. Später ist geplant, die 13-Kilometer-Strecke gen Westen auf 27 Kilometer auszubauen. Unsere Signaltechnik erfüllt dabei einige spezielle Kundenwünsche: kälteresistente sowie auf das Wesentliche konzentrierte Kontrolltechnik entlang der Strecke.

Rund 500 Kilometer nördlich der Grenze zwischen Kanada und den USA gelegen, herrschen in Edmonton harsche Bedingungen: Die Temperaturen fallen im Winter von Oktober bis April regelmäßig auf bis zu 0° Celsius. Eine große Herausforderung an die Signaltechnik. „In Edmonton gibt es zwei Jahreszeiten. Die ‚Bauzeit‘ von Mai bis September. Und Winter. Da kann draußen kaum etwas errichtet werden“, unterstreicht Sebastian Misczyk, BBR-Projektleiter Nord-Amerika. Bei der Ausstattung der neuen „Valley Line“ konnten wir auf unsere Erfahrungen mit sehr kalten Betriebsbedingungen zurückgreifen. „Bei unseren Projekten wie im norwegischen Bergen oder beim höchsten Stellwerk Europas für die Jungfraubahnen, die im Permafrost liegen, hat sich unsere Signaltechnik bei derart niedrigen Temperaturen bereits bewährt“, erklärt Misczyk. Neben dieser Expertise überzeugten die Auftraggeber vor allem unser individuell zugeschnittenes Angebot und unsere Flexibilität


Design und Funktionalität

Die Bezirkshauptstadt des kanadischen Bundesstaates Alberta legt viel Wert auf eine aufgeräumte, geradlinige Struktur – das musste bei der Projektierung der neuen Linie berücksichtigt werden. „Optisch lag die Herausforderung darin, die strengen Designkriterien zu erfüllen. Das hieß unter anderem, dass nur wenig Equipment an der Strecke zu sehen sein sollte. Diese Vorgaben erfüllen wir, indem wir alle Kontrolltechnik in die Versorgungsräume für die Oberleitungen integrieren. Zusätzliche Gehäuse im Streckenverlauf können auf ein Minimum reduziert werden“, berichtet Misczyk.

Entlang der rund 13 Kilometer langen Strecke der ersten Bauphase, die bis 2020 fertiggestellt wird, kommen elf Fahrsignalanlagen FSA600 zum Einsatz. An 46 Kreuzungen mit dem Straßenverkehr sorgt eine intelligente Schnittstelle zur Lichtsignalanage für die Vorrangschaltung gegenüber dem Individualverkehr. Die Weichenlagemeldung für die rund 26 Fahrzeuge auf der Strecke, die zu Spitzenzeiten im Fünf-Minuten-Takt verkehren, wird ebenfalls mit hoch verfügbaren LED-Signalgebern gewährleistet. Die Gleisfreimeldung wird mit dem Weichensperrkreis ZEUS-100 WSK – eine Besonderheit in Amerika. „Es gibt immer mal wieder Stromausfälle und Schnienenbrüche, weshalb klassische Gleiskreise oftmals den Vorrang vor Achszählern bekommen“, klärt der Projektleiter auf. Die Kommunikation zwischen Strecke und Zug übernimmt das IMU100-Modul und liefert Informationen wie die Zugnummer. Alle Komponenten erfüllen dabei die CENELEC-Normen.